Birkeland - Woche 2
- Stephan Regli
- vor 4 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 22 Stunden
Montag, 29. Dezember - Tag 14
Die zweite Ferienwoche beginnt mit einem sonnigen Morgen. Annemarie macht mit Merlin einen längeren Spaziergang und ich hole die Beiden auf der anderen Talseite wieder ab. Dann besuchen wir eine der drei Kirchen von Birkeland. Die Grösste ist die Birkenes kirke, die etwas südlich von Birkeland liegt. Sie wurde 1858 aus Holz in Kreuzform gebaut und hat 650 Sitzplätze. Es ist eine - für norwegische Verhältnisse - sehr hohe Kirche.
Gleich nebenan ist der Birkens middelaldersk kirkegård, ein sehr früher Friedhof. Die älteste von uns Gesehene Grabplatte war mit 1673 signiert. Kirche und Friedhof liegen geschützt hinter einem Hügel.
Weiter gibt es noch die Vegusdal kyrkie von 1867, ebenfalls in Kreuzform und aus Holz gebaut. Sie hat 300 Sitzplätze.
Am nördlichen Ufer des Herefossfjorden ist die 1865 achtkantig gebaute Holzkirche Herefoss kyrkie mit 170 Sitzplätzen.
Dienstag, 30. Dezember - Tag 15
Das Wetter zeigt sich nochmals von der guten Seite. Heute sind wir wieder im Hafenquartier herumspaziert. Im bekanntesten Buchladen von Kristiansand -norli- habe ich nach dem Lösungsbuch für unser Arbeitsbuch im Norwegischkurs gesucht. Dank der netten Verkäuferin haben wir herausgefunden, dass es gar keines gibt. Auch unser Lieblingssalz, das Artic Salt aus Bodø haben wir nicht gefunden. Aber immerhin waren die Strassen in den Kvadraturen voll mit Leuten. Das Kreuzfahrtschiff AIDA NOVA hat am Morgen angelegt und die Passagiere machten die verschiedensten Aktivitäten. Wir schlenderten noch ein wenig durch die Gassen und dann ging es zurück in die warme Stube.
Mittwoch, 31. Dezember - Tag 16
Das Jahresende naht. Am letzten Tag im Jahr wollten wir für Merlin etwas Besonderes, spazieren ohne Leine. So sind wir in ein Gebiet zwischen Birkeland
und Kristiansand gefahren welches Boen heisst. Bei der Boen bru - der Boenbrücke haben wir parkiert und den Spaziergang mit dem imposanten Wasserfall, dem Boenfoss begonnen. Gleich danach kommt man zum dazugehörigen Kraftwerk und einer Fabrik namens Flekkevika. Die aus dem Wasser ragenden Felsen nennt man Flekkesjær. Weiter führt der Weg zum Bauernhof: Boen gård und weiter zum Tveit Bygdemuseum in Knarestad. In Lille bua, dem Hundehotel und der Tierklinik haben wir gewendet und sind zum Auto zurück.
Der Bauernhof Boen gård gibt es seit 1520 als König Christian II und seine Lordschaften hier Ferien machten und Lachse fischten. Das Haupthaus in seiner heutigen Form war seit 1813 das Haus der Familie Hegermann und ist im typischen „Südlandklassizismus-Stil“ gebaut. Seit 1940 ist es im Besitz des Schiffseigners Johann G. Olsen, welcher es 2010 komplett renoviert hat. Seit 2012 ist es für das Publikum geöffnet und ist Hotel, Restaurant und Butikk. Es nennt sich Mitglied der „Vereinigung Historischer Hotels“ in Norwegen.
Das Tveit Bygdemuseum ist unweit des alten Dampfschiffpiers in Knarestad. Von 1856 bis 1937 war es ein zentraler Platz und die Dampfschiffe hatten tägliche Verbindungen nach Kristiansand. Der im Privatbesitz der Familie Kjevik stehende Pier wurde wie auch die drei Gebäude des Gebäudemuseums in über 700 Stunden Freiwilligenarbeit und einigem Kapital hergerichtet. Heute ist alles öffentlich zugänglich und soll ein Platz der Ruhe oder des Fischens dienen soll.
Nun warten wir das Jahresende ab: Godt nytt år.

Donnerstag, 1. Januar - Tag 17
Das neue Jahr hat begonnen. Es ist nicht so, dass es hier keine Feuerwerke gegeben hätte, aber sicher massiv weniger als zu Hause. Um ein Uhr hat Merlin dann etwas Ruhe gefunden und bis spät in den Morgen geschlafen. Nach einer kleinen Morgenrunde in der Umgebung war wieder Ruhe angesagt. Auf dem Sofa ist es halt schon cool.
Am Nachmittag haben wir noch einen Spaziergang im Wald gemacht. Es hat hier in der Umgebung sehr viele aktive und „passive“ Kiesgruben. Es schein als sei hier eine riesige vor Jahrtausenden eine „Schwemmebene“ gewesen. Die ausgeschöpften Anlagen werden sehr oft renaturiert, kultiviert und als Acker oder Wiesland genutzt. Da die Naturverjüngung des Waldes sehr gross ist wird alles relativ schnell überwachsen.
Den Abschluss machten wir mit einem Rundgang im Park in Birkeland. Wir besuchten den ehemaligen Bauernhof von Tobias Gunvaldsen. Tobias war der Zweitälteste der Geschwistergruppe und übernahm 1916 den Bauernhof und wohnte dort bis er 1976 im Altersheim starb. Der Hof stammt von ca 1800. Tobias hatte 3 Kühe und ein Pferd, Hühner, Schweine und Schafe. Er pflanzte alles selber an: Kartoffeln, Gemüse und verschiedene Beeren. Nach Kriesgausbruch musste die Familie nach Tjamsland - ca 14 km nordöstlich von Birkeland - flüchten. Tobias kehrte jeden Tag zurück und pflegte die Tiere, Haus und Garten. 1986 kaufte die Gemeinde den heruntergekommenen Hof und seit 2020 ist in den Ruinen des Hofes ein Baumgarten.
Freitag, 2. Januar - Tag 18
Das Wetter scheint schlechter zu werden.

















































































































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