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Birkeland - Woche 4

  • 17. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Auch eine selbst gemachte Fischsuppe ist eine Delikatesse in Norwegen.






Montag, 12. Januar - Tag 28

Heute soll der grosse Schnee kommen. Unsere Vermieter (zur Zeit in New York bei ihrer Tochter) sind sehr beorgt um uns und legen Wasservorräte an und haben uns angeboten bei Stromausfall in ihre Wohnung ziehen zu können, da es dort einen Holzofen gibt. Bis 16 Uhr sind ca 20 der vorausgesagten 30-40 cm Schnee gefallen. Da die Temperatur um 0 Grad liegt ist es zwar sehr schöner Schnee, könnte aber schwer werden und dann gibt es eventuell ein Problem für Bäume und die Stromleitungen.

Nach der Morgenrunde - auf der Strasse - und dem Frühstück war Home-Office angesagt. Das heisst zu Hause sein, das Wetter und die Schneelage verfolgen und sich Gedanken machen: was wäre wenn.


Am Nachmittag haben wir dann die Schneeräumung auf Norwegens Nebenstrassen getestet. Ausserorts ist jetzt 40 das neue 80, aber es ist nicht rutschig. Eigentlich kann man nur den Strassen nach spazieren oder durch die Natur stapfen - was wir dann auch gemacht haben.


Dienstag, 13. Januar - Tag 29

Am Morgen haben wir aus dem Fenster geschaut. Und? Wie wieviel Schnee liegt? Es sind ca 20 cm diese Nacht dazugekommen. Somit haben wir zwischen 40 und 50 cm. Meine erste Arbeit war dann ein bisschen Schneeräumung. Der Nachbar fuhr letzte Nacht noch mit dem Traktor und räumte die Zufahrt. Das Auto ausschaufeln und den Weg zur Ferienwohnung war dann mein Job. Für heute ist zwar nochmals Schnee angesagt, aber nicht mehr so viel.

Merlin wollte am Nachmittag natürlich noch seinen Spaziergang und so fuhren wir nach Hamresanden. Wir gingen davon aus, dass die Spazierwege in der Bucht gepflügt sind, da sich dort ja sehr viele Leute aufhalten. Und dem war genau so. Ein schöner Spaziergang in der winterlichen Landschaft. Da der Fluss bei der Einmündung in den Fjord sehr langsam fliesst, ist er beinahe zugefroren. Jetzt am Abend hat es wieder etwas mehr zu schneien begonnen. Wir hoffen, dass es nicht viel Neuschnee gibt. Die Temperatur ist um 0 Grad und somit der Schnee sehr schwer. Wir haben bereits einige Bäume gesehen, die sich auf Stromleitungen „abstützen“.


Mittwoch, 14. Januar - Tag 30

Die Nacht verlief ruhig, auf jeden Fall für uns. Schnee gab es nicht mehr viel, dafür hat es geregnet. Es gibt Tage, da hoffe ich dass der Wetterbericht nicht stimmt. Es war nicht der Fall. Mit den Plusgraden in der Nacht und der Abkühlung gegen Morgen ist jetzt alles unter einem Eispanzer. Aber heute sollte die Sonne 5 Stunden scheinen und dann dürfte es besser sein.


Das wollten wir uns nicht entgehen lassen und so machten wir einen Ausflug nach Grimstad, auch eine typische südnorwegische Küstenstadt mit ca 12´000 Einwohnern. Die Kommune Grimstad ist wesentlich grösser und hat über 300 km2 Fläche. Grimstad kommt von Grimsby (Grims Ort) und Grim ist der heidnische Gott Odin. Somit ist klar, dass es die Küstenstadt, welche seit 1816 Stadtrecht hat, schon zur Wikingerzeit gab. Bekannt ist die Stadt auch für den rötlichen Granit aber besonders bei den Bootsfahrern ist Grimstad wegen den vielen vorgelagerten Inseln, welche auch Schärenpark genannt werden, bekannt und beliebt. Es hat mehrere kleine Häfen welche klar darauf hinweisen, dass der Ort ein beliebter Sommerort ist. Die Sonne soll hier mehr scheinen als im Rest Südnorwegens. Im Zentrum findet man alte Holzhäuser aus dem 18. Jahrhundert in den engen und gepflasterten Strassen.


Donnerstag, 15. Januar - Tag 31

Heute beginnen wir mit den ersten Rückreisevorbereitungen. Der Morgen war verhältnismässig warm, nur 3 Grad Minus. Dennoch hat es gereicht, dass wir kein Wasser mehr hatten. Der Vermieter, inzwischen beim Zwischenstopp in Oslo, hat herumtelefoniert und herausgefunden dass der Nachbar wieder gegraben hat.

Er war aber nicht der einzige Arbeiter. Der Specht bearbeitete den Strommast aufs Heftigeste. Nun wieder zum Nachbarn. Das Graben war je nicht das Problem aber seiner Einschätzung nach sollte es in der Nacht nicht gefrieren. Damit lag er aber falsch. Doppelte Arbeit, nochmals alles raus, enteisen und dann wieder rein. Nun, wir hatten noch 20 Liter Wasser in Behältern als Reserve. Gegen Mittag funktionierte dann wieder alles. Getrost konnten wir nach Lillesand einkaufen. Im Sørlandsenter hat es auch ein Geschäft, in dem nur Einheimische ihre handgemachte Ware anbieten können. Da hatte es Allerlei von Pullover über Tischsets bis Schnitzereien und auch etwas für mich. Ich habe ein Messer gefunden, welches von einem Küstler aus der Nachbargemeinde Vennesla gefertigt wurde. Dies ist mein Souvenir dieser Reise. Beim Einkaufen haben wir auch etwas interessantes festgestellt. Wenn du etwas kaufst das kurz vor dem Ablaufdatum ist, bedankt sich das Geschäft bei dir. Von der Höflichkeit der Norweger könnten sie bei uns noch was lernen.

Am Nachmittag habe ich dann unsere Vermieter auf dem Flughafen Kjevik abgeholt. Sie kamen von New York über Oslo wieder heim. Alle Flüge klappten problemlos, die Reise war aber trotzdem sehr anstrengend. So waren sie froh dann wieder zu Hause zu sein.


Freitag, 16. Januar - Tag 32

Ferien fertig - Flasche leer
Ferien fertig - Flasche leer

Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei, oder: jetzt heisst es packen. Zuerst haben wir aber noch ein ganz feines Frühstück bei Åse, unserer Vermieterin, genossen und ganz interessante Gespräche geführt. Da wir international sind haben wir norwegisch, deutsch, englisch und durcheinander gesprochen. Åse versteht sehr gut deutsch, spricht es aber nicht so gut (meint sie). Auf jeden Fall haben wir uns so gut verstanden, dass wir im August für zwei Wochen schon wieder gebucht haben. Das freut uns sehr, auch den norwegischen Sommer erleben zu können. Somit läuft neben dem Packen schon die „Sommerplanung“.


Nun endet - etwas verkürzt - unsere Woche 4, denn morgen Samstag beginnt die Heimreise. Ich hoffe ihr seid auch weiter dabei.

1 Kommentar

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Kalle
25. Jan.
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Viel Schnee, aber die Gewässer nicht gefroren. Die Tagestemperatur wäre da noch interessant zu wissen?!🔅?

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