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Birkeland - Woche 1

  • Autorenbild: Stephan Regli
    Stephan Regli
  • 20. Dez. 2025
  • 7 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Samstag, 20. Dezember - Tag 5

Nach dem ersten Spaziergang mit Merlin und dem Frühstück machen wir uns auf den Weg nach Kristiansand. Zuerst stehen einige Einkäufe an und dann ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt.


Kristiansand ist eine sehr interessante Stadt: Die südlichste Kommune Norwegens mit knapp 120‘000 Einwohnern ist die Hauptstadt des Sørlandes (Südland) und liegt in der fylke „Agder“. Um Verwechslungen mit Kristiansund im fylke Møre og Romsdal zu vermeiden wird in Kristiansand oft der Buchstabe S hintenangehängt. Die Stadt wurde 1641 durch den dänisch-norwegischen König Christian IV. als Handlesmittelpunkt und militärischer Stützpunkt an der südnorwegischen Küste erschaffen. 1666 wurde sie Garnisonsstadt und 1682 Bischofsstadt. Kristiansand S ist wie ein Schachbrett mit 54 quadratischen Feldern angelegt. Heute ist es ein Teil des Stadtkerns und wird Kvadraturen genannt.

Mehrere Brände haben die Stadt im Verlaufe der Jahrhunderte geprägt und auch verändert. Die Stadt wurde Verkehrstechnisch an Oslo angeschlossen und bis zum Ende des  Zweiten Weltkrieges immer wieder weiter befestigt.

Weit herum bekannt sind nicht nur  die traditionellen Häuserzeilen und das vom Getreidesilo zum Museum umgebaute Kunstsilo, sondern auch die Seepromenade, das Hafenviertel oder der Fischmarkt. Viel Ruhm brachte der Stadt auch das Konzert- und Theaterhaus sowie der Tierpark „Dyrepark“ ein.


Der Weihnachtsmarkt ist nicht sehr gross aber schön heimelig mit einigen Attraktionen wie Eisstockschiessen oder einer Eisbahn und einer Pferdekutsche mit der im Quartier herumgefahren werden kann. Nebst Verkaufs- gibt es auch viele Verpflegungsstände. WIr haben den Markt genossen und auch bei einem Capuccino ein Päuslein gemacht. Nach einem Besuch im Sørlandet-Einkaufsquartier ging es nach Hause und der traditionelle Kransekake wurde aufgestellt.

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Sonntag, 21. Dezember - Tag 6

Das Wetter ist etwas durchzogen, kein Regen aber auch keine Sonne. Am Morgen bin ich mit Merlin laufen gewesen. Wir haben den Weg bis zur Hängebrücke erkundet. Der Strand ist leider noch nicht sichtbar denn der Fluss Tovdalselva hat immer noch Hochwasser. Da wir heute nicht viel geplant haben, mache ich einen kleinen Rundgang um das Haus und im Haus.

Die Umgebung ist sehr gepflegt. Es muss aber insgesamt recht feucht sein, denn es hat mehr Moos als Wiese. Von der Terrasse aus sieht man auf den Fluss, welcher ruhig durch die Landschaft „meandriert“. Er ist bei Lachsfischern bekannt und beliebt. Das Haus ist auf einer kleinen Anhöhe zusammen mit zwei anderen Häusern. WIr wohnen im Erdgeschoss, die Vermieterin wohnt über uns. Gleich durch die Eingangstüre kommt man in den Koch-, Wohn- und Essbereich. Durch den Korridor kommt man ins Hauptschlafzimmer mit einer zusätzlichen Schlafnische, zum WC- und Duschraum und in das hintere Schlafzimmer, welches wir als Abstellraum und Büro verwenden. Dort macht sich manchmal auch Merlin breit. Die Wohnung ist sauber und recht gut eingerichtet.


Am Nachmittag haben wir noch einen Spaziergang gemacht und Birkeland einen Besuch abgestattet. Hier in Norwegen sind fast alle Häuser erleuchtet - meist hell erleuchtet. Ich werde gelegentlich noch einige Fotos einstellen. In Birkeland haben wir die Weihnachtsbeleuchtung bestaunt,

welche recht aufwändig gemacht wurde. Auch eine Originallokomotive der „Lillesand-Flaksvandbanen ist ausgestellt und beleuchtet. Die LFB fuhr von 1896 -1953 für den Holztransport. Licht ist auch hier für die Menschen sehr wichtig und wenn das Tageslicht kurz ist macht man eben Licht mit LED.


Montag, 22. Dezember - Tag 7

Heute beginnt für die meisten Leute die Arbeitswoche. Nachdem wir etwas länger geschlafen haben, haben Merlin und ich einen Spaziergang entlang des Flusses Tovdalselva gemacht. Nach wie vor führt er extrem viel Wasser aus dem Hinterland bis ins Meer. Obenauf hat es einen eigenartigen Schaum, welchen ich nicht zuordnen kann. Dennoch haben wir den Spaziergang sehr genossen.

Nach dem Frühstück haben wir unsere Sachen gepackt und sind zu IKEA gefahren. Annemarie brauchte noch ein paar Sachen, um dann auch backen zu können. Dieses Einkaufsgebiet „Sørlandsparken“ ist einfach nur riesig - anders kann man es nicht beschreiben.

Im Anschluss daran fuhren wir auf dem Rückweg zur Hamresandenbukta im Topdalsfjorden. Im Sommer ist das ein riesengrosser Badestrand und Spaziergebiet. Im WInter ist der Campingplatz geschlossen aber die Grösse lässt erahnen, dass im Sommer sehr viel los ist.


Dienstag, 23. Dezember - Tag 8

Heute geht es nach Kristiansand auf den Fischmarkt. Dieser liegt im Hafenquartier und ist sehr einfach zu erreichen. Der „alte“ Teil von Kristiansand wir auch „kvadraturen“ genannt. Nach einem Stadtbrand wurde die Stadt quadratisch wieder aufgebaut.

Der eigentliche Fischmarkt ist recht klein, das Quartier ist aber im Sommer sehr belebt mit vielen Strassenrestaurants und Veranstaltungsmöglichkeiten. Da es zu schneien begonnen hat und der Wind recht bissig vom Meer her wehte spazierten wir noch zum Kunstsilo und dann wieder zurück zum Parkplatz. Hier kann man meist mit dem App: EasyPark bezahlen, was sehr praktisch ist. Man bezahlt nur die Parkzeit, die man effektiv braucht.


Mittwoch, 24. Dezember - Tag 9

Nach einem langen Morgenschlaf und einem kurzen Spaziergang mit Merlin haben wir den Morgen „verplämpern“ lassen. Die strahlende Sonne trieb uns dann aber doch noch aus dem Haus. So statteten wir zuerst bei unseren Vermietern einen kurzen Besuch ab. Eigentlich wollten wir nur Hallo-sagen, aber das geht in Norwegen nicht. Sofort wurden wir hereingebeten und mit Kaffe und selbstgemachten Guetzli versorgt. Es sind ganz nette Leute. Åse und Alrid sind etwa in unserem Alter und haben zwei erwachsene Kinder (beide Schauspieler).

Nach unserem Besuch fuhren wir wieder nach Hamresanden (Richtung Kristiansand). Dort haben wir geparkt und sind in Buøyna bei den letzten Sonnenstrahlen des Tages spazieren gegangen. Annemarie und Merlin haben es sichtlich genossen. Übrigens beträgt der Unterschied zwischen Ebbe und Flut ca 20 cm, also sehr überschaubar. Hier ist auch der Flugplatz Kristiansand-Kjevik (KRS) mit der Anflugschneise über den Topdalsfjorden. Kaum zurück bereiten wir unser traditionelles Weihnachtsessen vor: Raclette.

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Donnerstag, 25. Dezember - Tag 10

Der Weihnachtstag. Was macht man da in Norwegen? Richtig: Essen und Spazieren. Das haben wir auch so gemacht. Wir fuhren nach Birkeland zum

Birkelandsparken - den Sportstätten des Ortes. Dort folgten wir der Biathlonspur. Damit in der schneefreien Zeit, Frühlig - Sommer - Herbst und (oft) WInter, auch trainiert werden kann ist sie geteert und beleuchtet. Ebenso beleuchtet ist auch die Joggingrunde. Dann ging es zum Fluss und hinter der Brücke zum Mosfjellveien (Elchbergstrasse) sehen wir den Teinefossen (Teinewasserfall). Dem Fluss entlang an einer Sauna vorbei, wobei die Abkühlung im Fluss stattfindet. Das ist aber nur für die harten Kerls und Damen. Beim Flakksholmen war Wendepunkt. Das Wasser ist wie braun gefärbt, aber nicht schmutzig. Ich denke dass ziemlich viel Erde mitgeführt wird. Hier staut sich der Fluss zu einem See, dem Flakksvann. Früher sei hier oft das Holz gelagert und dann auf die Bahn verladen oder geflösst worden. Wir hingegen gingen zu Fuss zum Parkplatz und dann wieder an die Wärme.


Freitag, 26. Dezember - Tag 11

Stephanstag. Der Morgen begann nicht so gut, denn der Kochherd streikte und so gab es kaltes Essen statt ein feines Rührei. Danach machten wir uns auf nach Kristiansand. Hier geht die Sonne um 09:12 auf und um 15:45 wieder unter. So richtet man sich den Tag nach der Sonne ein - wenn sie schon scheint. Zu unserer Freude schien sie den ganzen Tag. Das haben nicht nur wir so gesehen denn gefühlt war halb Kristiansand auf den Beinen. Wir parkierten wieder beim Fischmarkt und spazierten mit vielen anderen Leuten durch den

Otterdalsparken. Kurz davor war ein Denkmal für die verstorbenen Seemänner des Ersten Weltkrieges (1914-18) - eine Seemine. Im Park sind einige Skulpturen und an dessen Ende die Festung Christiansholm, die 1672 von Fredrik III zum Schutz der Stadt in Auftrag gegeben und gebaut wurde. Weiter geht es mit einer Skulptur des Flugpioniers Oberst Bernt Balchen (1899-1973). Dies Skulptur wurde 1999 zum hundertsten Geburtstag Balchen‘s von König Harald V eingeweiht.

Der Weg führte uns dann durch das Quartier „Kvadraturen“, welches schachbrettartig gebaut ist und das eigentliche Geschäfts- und Ladenquartier ist.


Samstag, 27. Dezember - Tag 12

Heute sind die Geschäfte wieder offen. Aber so eilig hatten wir es nicht. Zuerst sind wir mit Merlin laufen gewesen. Ganz in der Nähe bei uns gibt es einen Weg in den Wald, wo wir Merlin laufen lassen können. In Norwegen lassen die wenigsten Leute ihre Hunde frei und aneinander schnüffeln geht schon gar nicht, obwohl man in der Stadt sehr viele Leute mit Hund spazieren sieht: „Hunde


lüften“ heisst das. Im Anschluss waren wir im Sørlandsparken und dort auch im Sørlandssenteret. Das ist ein Einkaufszentrum im Einkaufspark. Da sind sehr viele Geschäfte darin wie im Messepark in Dornbirn, aber etwa 10 x grösser. Bei uns habe ich das Gefühl, dass vor einem Festtag alles eingekauft werden muss als sei Weltuntergang und nach einem Festtag wird massig eingekauft als müsse für den nächsten Weltuntergang alles aufgefüllt werden. Auch wenn es sehr viele Leute hatte, war dem nicht so. Einzig bei einem Sportgeschäft war beim Umtauschschalter reger Betrieb. Bevor sich der Tag zu Ende neigte noch einen Spaziergang mit Merlin, beginnend beim Schafstall, in den Wald und wieder zurück. Heute erlebten wir einen „Temperatureinbruch“ der besonderen Sorte. Es war am Mittag 8 Grad plus und kein Schnee. Vor zwei Jahren 32 Grad minus und massig Schnee. Was soll‘s, wir nehmen was kommt.


Sonntag, 28. Dezember - Tag 13

Der Tag verspricht wieder schön zu werden. Die Reise ging heute nach Lillesand. Kristiansand wollten wir meiden, da es in den Kvadraturen in der Nacht einen Grossbrand gab gingen wir davon aus, dass es uns nicht auch noch braucht.

Lillesand ist ein kleines Städtchen mit etwa 800 Einwohnern, welches zwar etwas versteckt in den Schären, aber direkt am Skagerrak liegt. Früher führte die Flaksvandbanen von Birkeland bis hierher und wurde hauptsächlich für den Holztransport verwendet. Das älteste Haus das in Lillesand noch steht ist das „Sandra Svendsens hus“. Sie lebte von 1923 -1974 darin. Erbaut wurde es 1706. Im Hafenviertel sind mehrere alte Häuser, so das alte Rathaus von 1734 mit 2 Kanonen vor dem Eingang oder ein stattliches Haus eines Reeders von 1816. Aber auch zu Beginn des Zweiten Weltkrieges machte Lillesand auf sich aufmerksam, als am 8. April 1940 fast 200 Seemänner aus einem torpedierten deutschen Schiff gerettet wurden. Auch hier sind viele Häuser beleuchtet und die Strassen weihnächtlich geschmückt.



Das ist der letzte Tag unserer ersten Ferienwoche hier in Birkeland. Es wäre schön, wenn ihr nächste Woche auch wieder dabei seid, also bis Birkeland - Woche 2.

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Stephan
24. Dez. 2025
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