Birkeland Sommer - Woche 2
- 31. Aug.
- 7 Min. Lesezeit
Montag, 10. August - Tag 8

Heute Morgen ist Annemarie mit Merlin die Morgenrunde gelaufen. Ich habe die Beiden dann bei der Kirche Møglestu abgeholt und wir sind nach Lillesand. Dort haben wir die Bäckerei besuchen wollen, sind aber im Meieritorvet hängen geblieben. Das ist eigentlich die Molkerei und war es wahrscheinlich auch. Heute ist es multifunktional: Bäckerei, Blumenladen, Inneneinrichtungen, Café und Kleidergeschäft. Mit Liebe eingerichtet und einen guten Kaffee haben sie auch, dazu natürlich auch was Süsses - wie es in Norwegen eben sein muss.
Der Nachmittag war angenehm warm, so bei 20-22 Grad, jedoch mit recht viel böigem Wind - so dass man einen dünnen Pullover vertragen konnte. Aber schön angenehm. Der Weg führte uns nach Grimstad und dort in den Ortsteil Grooseneset. Ein grosser Teil des Bodens gehört der Gemeinde. Es hat einen Rundweg, einen grossen Spielplatz und einen kleinen Strand. Natürlich hat es auch ein Strandcafé, welches aber nur bis 15 Uhr
Das Strandcafé Ein Teil der sehr grosszügigen Anlage Die Schwanenfamilie Aufstieg zum Hügel Vorgelagerte Inselwelt, die auch Merlin gefällt Herrlich hier zu sein Wo er wohl hinfährt? Ob der Mann im Boot hier wohnt? Da lief mir eine Touristin ins Foto Die Segelschiffe des Segelclubs „Da isse wieder“ Unser Nachtessen
offen hat - es ist jetzt ja keine Saison mehr. Das war auch ersichtlich, denn die Schule (barnehage) gleich daneben hatte regen Betrieb. An dem kleinen Strand war auch eine Schwanenfamilie mit zwei Jungschwänen. Somit muss es hier noch Süsswasser haben oder maximal „Brackwasser“, also ein Gemisch aus Süss- und Salzwasser. Kommt man der Schwanenfamilie zu nahe geht der eine Schwan sofort in Angriffsposition und macht Drohgebärden. Ich denke es ist die Schwanenmutter die ihre Jungen beschützt. Wir liessen ihnen den nötigen Raum und bestiegen einen kleinen Hügel, welcher uns mit einem wunderbaren Blick in die vorgelagerten kleinen Inseln, die Schären, belohnte. Auf der anderen Seite des Hügels war der Segelklub zu Hause, aber alle Schiffe waren im klubeigenen Hafen. Auch hat es eine grosse Wiese auf der oft Veranstaltungen, Konzerte und soger ein Openair stattfinden. Nach dem Besuch des Einkaufszentrums im Zentrum von Grimstad ging es zurück in die Ferienwohnung und Annemarie bereitete uns eine sehr feine Fischsuppe zu.
Dienstag, 11. August - Tag 9

Und wieder ein Tag mit blauem Himmel, angenehmen Temperaturen und gelegentlich etwas Wind. An der Westküste regnet es ziemlich heftig, aber bis die Wolken bei uns sind, sind sie „ausgeregnet“. Den Morgenspaziergang machten wir in Lillesand im Gebiet „Springvannsheia“. In den Jahren um 1860 wurde der kleine See als
Der vordere Teil des Teiches Das ehemalige Reservoir, heute Badesee Meine zwei Schügels Die Bewohner des kleinen See Blick über den See Die Kirche von Lillesand Blick auf Lillesand Blick in die Schären Merlin hat schon mal Platz genommen
Trinkwasserreservoir gebaut und bis ca 1930 als solches benutzt. Danach war der Bedarf nicht mehr gegeben und die Stadt „baute“ ihn zum Badesee und Erholungsraum aus. Die Gegend ist sehr gepflegt und man hat einen guten Rundblick auf die Stadt und die Schären. Anschliessend ging es zurück und wir genossen das Frühstück draussen.
Am Nachmittag waren wir Wiederholungstäter. Zuerst besuchten wir nochmals die
Nur einspurig befahrbar Der Wer unter die Brücke Ein hübscher Platz Hier müssen die Boote durch Es würde sich für ein Picknick eignen - immer was los Die Jungs scheinen Spass zu haben Einmal drehen und zurück Reger Bootsverkehr Das dürfte das grösste erlaubte Schiff sein Ein Blick von oben Kreuzen ist weder erlaubt noch möglich Blick Richtung Lillesand Blick Richtung Kristiansand
Justøybrua, welche von Lillesand nach Brekkestø führt. Sie ist sehr hoch und schmal, so dass kreuzen nicht möglich ist. Kurz nach der Brücke führt eine kleine Strasse an den Fuss der Brücke. Da der Wind heute nicht so stark blies wie am Sonntag, hatte ich meine Drohne dabei und konnte einige Aufnahmen machen. Der Durchgang für die Schiffe wird auch Blindleia genannt. (Insgesamt 20 km lange Wasserstrasse). Es ist hier sehr schmal und darf nur mit verringertem Tempo befahren werden. Auch ist die Schiffsgrösse limitiert.
Justøy kapell Eine kleine Siedlung Friedliche Kuhherde Warntafel, gelesen, geschaut …. … und das Begrüssungskomitee ist da
Anschliessend fuhren wir zur Justøy kapell. Hier waren wir im Winter schon und wollten wieder vorbei am religiösen Campingplatz zum Küstenfort aus dem Zweiten Weltkrieg. Doch soweit kam es dann nicht. Unterwegs begegneten wir einer Kuhherde. Eine Kuh mit ihrem jungen Stier stand uns am Weidezaun gegenüber. Die Warntafel wies darauf hin, dass die Tiere angriffig sind. Um kein Risiko einzugehen wendeten wir wieder, spazierten zum Auto und fuhren weiter nach Brekkestø.
Brekkestø von oben Die Hafenanlage Das kleine Haus in der Mitte war das Zollhaus Blick Richtung Skaggerak Blick Richtung Kristiansand
Hier war deutlich weniger los als am Sonntag. Zur Freude von Annemarie war der Eiskiosk offen und so gab es für sie wieder eine Schleckerei. Die Kugeln waren nicht mehr ganz so gross aber geschmeckt hat es ihr sehr. Ich nutzte den wenigen Wind für einen Drohnenflug über dem Hafenbecken. Nach vollbrachter Tat ging es nach Hause und nach einem ausgiebigen Spiel mit Merlin war es Zeit für das Nachtessen.
Mittwoch, 12. August - Tag 10
Es gibt Tage die sind spektakulär und solche, die sind es nicht. Eigentlich war der Unsrige heute nicht so besonders. Die Sonnenfinsternis haben wir infolge Bewölkung ausgelassen. Erst nach Sonnenuntergang klarte der Himmel auf. Doch nun von Beginn weg. Annemarie machte mit Merlin den Morgenspaziergang und dann gab es Frühstück,
Stolzer Holzbau auf einem Hügel in der Stadt Prächtige Eingänge Der Seiteneingang Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein Ein Eingang nach oben und einer nach unten? Völlig untypischer Bau für Lillesand Die alten Bootshäuser Die kleinste Bücherausleihe der Stadt Achtung, die Wikinger sind da!
dann einkaufen und wieder zurück. Zu Beginn des Nachmittags wurde Merlin von einer Biene in den Fuss gestochen, was sicher ziemlich geschmerzt hat. Kühlen, massieren, bewegen und Arnika haben so gut geholfen, dass wir den Spaziergang um die Kirche machen konnten. Ein interessanter Holzbau. Interessant darum, weil es vorne drei Eingänge gibt und hinten eigentlich auch - nur gibt es auf der Frauenseite einen in die Kirche und einen nach unten. Ob dieser Eingang für die Sünderinnen ist, ist weder überliefert noch bestätigt.
Der Seenotretter wird aufgetankt Annemarie wartet geduldig Auch hier Quallen im Wasser Der Junge scheint es eilig zu haben Vorbereitungen für die Regatta „Einfahren“ und den Wind kennenlernen Noch ist es ruhig Hart im Wind Alle gehen in Startposition Und dann geht es los: „god tur“
Des Weiteren führte uns der Spaziergang durch das Quartier und an den Hafen. Dort lernte ich Thor Bylund kennen. Im Gespräch sagte er mir, dass heute der Segelclub eine kleine Regatta durchführt. Annemarie verweilte sich mit Merlin und ich konnte fotografieren.
Donnerstag, 13. August - Tag 11
Der heutige Tag war wieder dem Nachbarort Grimstad gewidmet, ein sehr interessantes und geschichtsträchtiges Örtchen. Grimstad beherbergte mehrere Dichter. Unter anderem arbeitete und lebte hier der junge Henrik Ibsen als Apothekergehilfe und Dichter. Unser Spaziergang begann bei der Statue von Terje Vigen. Er beschrieb seine
Terje Vigen aus der Ballade von Henrik Ibsen Kaare Dyvik (1922-2021) Gamle Grimstad Victoria, Romanfigur von Knut Hamsun Erstes gemauertes Haus in Grimstad Lysthus - ein Haus mit Allerlei zum Nähen Ca 200 m langer Fussgängertunnel unter dem Hügel durch Direkt zur Schule und zum Fussballplatz
fiktive Figur als jungen Norweger in seiner Heimatstadt, Grimstad. Die Ballade wurde 1862 veröffentlicht und viel später dann auch noch verfilmt. Anschliessend ging es zu Kaare Dyvik (1922-2021). Er wurde als politischer Gefangener in Grini und deutschen KZ gefangen gehalten. Nach dem Krieg war er einer der ersten „Bankpioniere“ Norwegens. Seine Statue steht am Eingang der Fussgängerzone, in welcher sich die weissen Häuser „die Hand geben“. Heute sind es Restaurants und Verkaufsläden. Eine schmucke Gegend. Auf dem Platz Bietorvet steht die 2010 enthüllte Bronzestatue Victoria. Sie stellt die Hauptfigur in Knut Hamsuns berühmten Roman „Victoria“ (1898) dar. Am Knut Hamsuns plass steht das erste gemauerte Haus von Grimstad. Gemauert war es, weil es ursprünglich eine Bank war, später alles Mögliche, lange eine Bibliothek und jetzt ein Museum. Eine Eigenart in
Die Kirche von 1881 Mächtiger Haupteingang Alte Grabkammer Kirchenhügel (27 Meter über Meer) Junger Rehbock Eine der beiden Kanonen Weltkriegsdenkmal
Grimstad ist sicher der fast 200m lange Fussgängertunnel zur Sportarena. Die nächste Besichtigung galt der Kirche. Die Kirche wurde 1881 auf dem Hügel (27 m ü M) erbaut und steht in einem wunderschönen und gepflegten Park. Zuoberst, vorbei an einer 2000jährigen Grabkammer, thront ein Denkmal für die Gefallenen im Zweiten Weltkrieg – beschützt durch zwei Kanonen. Wieder die 27 Höhenmeter abgestiegen schlenderten wir durch das Hafenviertel, bevor es dann wieder in unsere Wohnung nach Lillesand ging.
Blick vom Kirchenhügel auf den Hafen Die Hafenanlage Für ruhigere Zeiten Grimstad ist ein Besuch wert
Freitag, 14. August - Tag 12
Bald endet unsere Zeit in Lillesand. Den heutigen Nachmittagsspaziergang machten wir beim Gemeindemuseum von Birkeland. Am Sonntag ist der grosse Museumstag und wir dachten, dass eventuell die Vorbereitungen laufen. Das war aber weit gefehlt. Im Sommer hat das Museum immer sonntags offen. Gezeigt
Einige Gebäude des Gemeindemuseums So sah die Bushaltestelle aus Die alte Feuerwehrsirene Viele schöne Pflanzen am Wegesrand Annemarie gefällt es … … und Merlin auch Hier wohnt sicher ein Troll Naturverjüngung Einige alte Bäume werden stehen gelassen
werden in den alten Gebäuden viele Handwerksgegenstände und Gegenstände des täglichen Gebrauchs. Die Sirene der Brannstasjon, des Feuerwehrlokals hat es mir schon ein bisschen angetan. Natürlich stand sie während des Betriebs mitten in Birkeland und nicht hier. Anschliessend auf dem Spaziergang kam es uns vor wie auf einer Blumenwanderung. Auch wenn das Gebiet bewirtschaftet wird, hat es sehr viel Brachflächen auf denen die Natur gedeihen kann. Interessant ist zu sehen, dass die „Naturverjüngung“ des Waldes sehr gut funktioniert. Warum immer wieder vereinzelte Bäume stehen gelassen werden ist mir nicht bekannt.
Der alte Bahnhof und ein Teil der Geleise Die alten Grenzsteine
Ganz in der Nähe ist auch die alte Bahnstation von Tveide. 1896 – 1953 fuhr hier die Flaksvandbanen von Lillesand nach Birkeland durch, transportierte hauptsächlich Holz aber auch Personen und Güter. Beim Bahnhof sieht man auch noch alte Grenzsteine. Sie sollen in früheren Zeiten die Grenzen zwischen den „Kleinkönigreichen“ markiert haben. Um 1850 wurde vermerkt, dass die Königsstrasse auf der Nordseite und die Poststrasse auf der Südseite verlief.
Samstag, 15. August - Tag 13
Der heutige Tag stand schon fast im Zeichen des Aufbruchs. Morgen Sonntag werden wir Lillesand verlassen und nach Birkeland „übersiedeln“. Wir freuen uns schon sehr, bei unseren Freunden Åse und Arild wohnen zu dürfen. Heute nach dem Morgenspaziergang und Frühstück genossen wir die Zeit um und in der Wohnung. Es war mit 24 Grad schon fast heiss. Am späteren Nachmittag
Das Ausflugsschiff „Øya“ fährt in den Hafen ein … … und legt an Der alte Hafenkran für den Holzverlad Bahnhof, Busstation und Lagerschuppen Man sieht noch wo die Schienen waren Sie führten bis zum Verladekran Heute reges Treiben im Hafen Was eigentlich niemanden stört Eines der Bücher im Hansen Park
nochmals einen Spaziergang in Lillesand – und diesmal im alten Hafen. Da haben wir auch das Bahnhofsgebäude und den Lagerschuppen der Flakksvandbanen gefunden. Das Bahnhofsgebäude wurde im „Schweizerstil“ als Fertighaus 1895 erstellt und hier montiert, bis es 1953 nachdem die Bahn eingestellt wurde umfunktioniert wurde. Auf der Strasse sind noch die Schienen aufgemalt, wie sie früher aus Lillesand heraus und zum alten Verladekran im Hafen geführt haben. Nach dem Nachtessen im „hos oss“ noch einen Spaziergang zum Hansens Park, wo wir dann noch drei Bücher gefunden haben. Gerne hätte ich eines mitgenommen, aber der Kofferraum war zu klein.
Sonntag, 16. August - Tag 14
Mit dem heutigen Tag haben wir Halbzeit in unseren diesjährigen Norwegenferien. Wir wollten einmal das, was wir im Winter gesehen haben auch im Sommer erleben. Lillesand und Grimstad haben wir gesehen und wurden nicht enttäuscht. Die kommenden Tage wird es Birkeland, Kristiansand und Umgebung sein. Heute Morgen haben wir die Wohnung in Lillesand - an ruhiger und zentraler Lage, sauber und gepflegt – verlassen und sind nach Birkeland zu Åse und Arild umgezogen. Das war sicher der Höhepunkt des Tages denn es hat sich angefühlt wie heimkommen. Heimkommen zu Freunden, an einen bekannten Ort, zu lieben Menschen. Natürlich freuen wir uns dann auch wieder sehr nach Lustenau heimzukommen, denn dort am Ort und in der Umgebung haben wir auch ganz liebe Menschen um uns herum.
Auf dem Weg von Lillesand nach Birkeland (ca 10 Minuten zu fahren) haben wir noch einen Halt im Bygdemuseum, dem Ortsmuseum von Birkeland gemacht. Heute war Museumstag, ein Volksfest. Zwischen alten Gebäuden, Oldtimern und anderen Geräten zeigten Handwerker ihre Kunst, verkauften Bauern Eier und andere Landesprodukte und auf einem kleinen Markt gab es Allerlei selbstgemachtes zu kaufen. Was sonst noch alles geboten wurde seht ihr auf den Bildern. Dann aber zog es uns aber in die Ferienwohnung, wo wir ganz herzlich begrüsst wurden und heute Abend zu selbstgemachter Pizza eingeladen sind. Somit endet die zweite Woche Norwegen. Es würde mich freuen, wenn ihr uns auch weiterhin begleiten würdet.
Der Weg zum Museumstag ÅPEN GÅRD - Offener Hof Ein Tag für Gross und Klein Sehr schön hergerichtete Oldtimer Ein Holztansporter mit Anhänger Ein altes Bauerngehöft Der Traktor sah schon bessere Zeiten Rundfahrt mit dem Traktor Eine alte Schmiedewerstatt Vorne Bus und hinten die Ladefläche Viele zufriedene Leute Dieser Bus fuhr von Birkeland nach Lillesand Verkaufsstände regionaler Produkte Ein Schuhmacher und ein Schreiner Ein besonderer Standort für das Reserverad Ein Haus war eingerichtet wie in den Fünfzigern Für alle Jungen: Das ist keine Rechenmaschine sondern ein Telefon Man könnte gerade hinsitzen



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