Anreise nach Bergen

16. Januar 2020 - Donnerstag

Die letzten „etwas nervösen“ Handgriffe werden gemacht. Zum Glück haben wir mit unseren Freunden Ursula und Maurice zum Mittagessen abgemacht, so waren wir zur Zeit weg – alle Koffer verstaut und dann die Mägen gefüllt für die Fahrt nach Manhartsdorf. Die Fahrt mit dem Land Rover war sehr entspannt. Da wir nicht wussten wie das Wetter während unserer Abwesenheit ist, habe ich noch "Winterdiesel" getankt. So waren wir auf alles gerüstet. Im Nachhinein gesehen hätte es das nicht gebraucht, aber sicher ist eben sicher. Unser Navi führte uns bis vor die Haustüre von "Schweiger's Landgasthof". Parkieren, bezahlen, die Informationen betreffend Transfer erhalten, einchecken und Zimmer beziehen. Alles ging so gut, ob es auch so weitergeht?

 

Für uns Beide war es die erste grosse Flugreise und nachdem ich in den vorangegangenen Nächten Albträume von verlorenem Gepäck, zerstörten Koffern und verpassten Anschlussflügen hatte, war es ja ein sehr gelungener Start. In aller Zufriedenheit genossen wir ein festliches Abendessen, bevor wir uns zur Ruhe legten. Auf zu den Polarlichtern. Werden wir überhaupt welche sehen? Auf dem Schiff, so haben wir gelesen, kann man den "Polarlichtalarm" einstellen und wird informiert wenn das Himmelsphänomen auftaucht.

Die Nacht verlief ruhig, das Frühstück ausgiebig und gut.

 

Da wir nicht genau wussten wie das Check-In abläuft haben wir den Shuttle auf 08 Uhr bestellt, obwohl der Abflug erst um 11 Uhr war. Zusammen mit einem anderen Paar das nach Lanzarote flog wurden wir zum Flughafen gebracht und direkt vor der richtigen Eingangstüre abgesetzt. Somit blieb uns jegliches Suchen erspart. Die Sicherheitskontrolle verlief sehr schnell und einfach. Alles aufs Band legen und durchgehen. Meine Bemerkung betreffend Fotoausrüstung und CPAP-Gerät wurde nickend zur Kenntnis genommen und mit "kenne ich" quittiert. Da ich das Sackmesser im Koffer hatte, machte es weder bei mir noch bei Annemarie "piep", wir konnten zusammenpacken und weiter gehts im "Riesenshoppingcenter" Flughafen München. 

Das Boarding erfolgte ohne Probleme, wir nahmen Platz und erfreuten uns bester Aussicht und gutem Wetter. Also ab nach Copenhagen - unserer Zwischenstation. Alles war wie im Film: die Stewardess erklärte von Atemmaske bis Schwimmweste und von Notausstieg bis "ja keine Panik". Den Piloten verstand man kaum aber es musste eine Begrüssung sein und dass er keine Probleme für den Flug sehe. Da es ein Lufthansaflug war sprach er deutsch und englisch.

 

Kaum waren wir so richtig in der Luft, genossen ein Sandwich und etwas zu trinken, hiess es wieder angurten und vorbereiten für die Landung.

In Copenhagen stiegen wir aus und suchten die Angaben für den Weiterflug. Da wir nur Tickets bis hier erhielten, ging Annemarie an den Informationsschalter und holte die Folgetickets. So wussten wir zu welcher Gruppe wir beim Boarding gehörten und welchen Sitz wir suchen mussten. Auch das klappte bestens. Kaum am Platz eingerichtet - alles verstaut und die Jacke ausgezogen - kam die Stewardess von SAS und fragte nach unserem Wohlbefinden. Ein wenig erstaunt konnten wir die Frage positiv beantworten. Sie sprach mit Annemarie und erwähnte, dass sie sich sofort melden sollte wenn ich Sauerstoff benötigen würde. Nun merkten wir (zum ersten aber nicht zum letzten Mal) dass die Anmeldung von Frau Bechtel vom Reisebüro angekommen war. Wir bedankten uns herzlich und erklärten, dass ich mein Therapiegerät nur während dem Schlafen bräuchte. Sie war froh und zog sich zurück.

Nun kam das selbe Prozedere mit SAS, Begrüssung des Piloten auf dänisch und norwegisch sowie die Sicherheitsanweisungen. Hier machten für mich auch die Erläuterungen zur Schwimmweste Sinn, da wir immerhin ein wenig über die offene See flogen. Im ersten Flug hätten wir einen Absturz in den Rhein auch mit Schwimmweste nicht überlebt - aber wie heisst es so schön: "Vorschrift ist Vorschrift".

Alles verlief nach Plan und kurz nach 14 Uhr hoben wir ab.

Mir kam es so vor, dass wir, je mehr wir gegen Norden flogen die Wolken zunahmen und der Wind etwas stärker wurde. Jedenfalls erinnerten mich die Schüttelbewegungen des Flugzeuges eher an die Wälderbahn im Bregenzer Wald als einen Schnellzug von Zürich nach Chur.

Aus der Mitteilung des Piloten dass er den Sinkflug einleite, entnahmen wir, dass Bergen nicht mehr weit sein konnte - und so war es auch. Kurz darauf setzten wir auf der Landebahn auf und kaum gestoppt eilten die Passagiere Richtung Ausgang. Wir hatten es nicht eilig, denn der Bustransfer zum Hafen war durch Hurtigruten organisiert. Die Gänge auf dem Flughafen erschienen uns unendlich lang und wir waren froh, dass wir uns vor der Reise in Dornbirn bei Ströhle mit "Rollkoffern" eingedeckt hatten. Vier Räder sind einfach genial für Koffer und Handgepäcktrolley.

Nachdem wir auch in Bergen den Dutyfree-Shop durchquert und die Koffer vom Rollband genommen hatten, standen wir vor der Türe die zu ist wenn man draussen ist. Sind wir hier richtig? Wir gingen davon aus und liefen den anderen Leuten nach. Nachdem wir bereits in Copenhagen Leute mit dicker Winterkleidung sahen und diese hier wieder auftauchten gingen wir davon aus, dass es sich um Touristen handelt wie wir. Dem war auch so.

Nach einer kleinen Wartezeit am Busterminal kam der Bus und brachte uns zum Hafen. Auch wenn es erst kurz vor 16 Uhr war, war es bereits dunkel als wir am Quai ankamen. Nun hatten wir einmal einen wichtigen Teil hinter uns.

 

Für die nächsten 12 Tage wird das Schiff unser zu Hause sein.