Tag 12 Ankunft Bergen

28. Januar 2020 - Dienstag

Der letzte Tag auf dem Schiff ist angebrochen. Ålesund, Torvik, Maløy und Florø wurden bei Nacht angelaufen. Bei Tagesanbruch waren wir bereits Richtung Bergen unterwegs in der Gegend von Atløy. Viel Wasser und Berge und nun wussten wir nicht so recht wie wir das Folgende deuten sollten. Wir erlebten am 12. und letzten Reisetag den ersten und einzigen Sonnenaufgang. Was war das für ein Zeichen: Ich gehe auf weil ihr geht? Kommt wieder das nächste Mal scheine ich mehr? Seht, es geht ja; man muss nur wollen.

Viele Leute standen auf dem Deck und genossen staunend diesen Moment.

 

Sicher, es gab auch nicht mehr viel zu tun. Bis kurz vor Neun mussten wir die Koffer beim Lift abgestellt haben, so dass die Matrosen sie nach der Reihenfolge des kommenden Ausschiffens nach unten transportieren konnten. So genossen wir das Wetter und die Athmosphäre und staunten. Die Berge sind im Laufe der Jahrtausende durch die Gletscher rund geschliffen und scheinen ohne grosse Uferzone direkt in der See zu versinken.

 

Je näher wir Richtung Bergen kamen, desto flacher erschien die Landschaft. Immer häufiger fuhren wir an kleinen Siedlungen, Bauernhöfen oder Ferienhäusern vorbei. Die Nähe zur Grosstadt wurde immer sichtbarer und die Anzahl der Motorboote in Mulden angelegten kleinen Anlegestellen nahm zu.

 

Die Durchfahrt durch den Steinsund war beeindruckend und erforderte von der Crew nochmals volle Konzentration. Das Schiff ist 20 m breit, der Steinsund 60 m. So verbleiben links und rechts je 20 m.

Ob es schon Zeit ist Bilanz zu ziehen? Auf Deck 7 sitzend und die Landschaft geniessend wollte ich das noch nicht; jetzt, da ich das "Hurtigruten-Tagebuch mache schon.

Eine gründliche Planung und Vorbereitung lohnt sich allemal. Bücher lesen, Videos schauen, im Internet surfen, Apps herunterladen und täglich verfolgen.

Die Reise bei Hurtigruten über ein Reisebüro zu buchen war für uns das Ein und Alles, denn alles ist inbegriffen und wird organisiert. Keine Angst vor verpassten Anschlüssen Transfers oder ähnliches.

Das Wetter so nehmen wie es ist und das Beste daraus zu machen. Obwohl es nicht viel schön war, sieht man es auf den Fotos kaum. Wind, Regen und Schnee waren zusammen mit den Wellen unsere ständigen Begleiter.

Die Ausflüge muss man gut aussuchen, denn das Angebot ist riesig. Wie so oft erhält man einen Eindruck und nicht die Tiefe, die man an einem oder anderen Ort gewünscht hätte. Wichtig ist, sich solche persönlichen "Hotspots" zu merken, denn das sind die Ziele der Zukunft.

Wir haben Nordlichter gesehen, wenn auch nicht die klassischen Kalenderbilder. Ich weiss aber nun auch, wo ich wieder einmal hingehen will und ein paar Tage bleiben werde. Alta, Tromsø, Hammerfest und/oder Trondheim sind unsere nächsten Wunschdestinationen.

Das Schiff erfüllte die Anforderungen an einen guten Standard aber kein "Schickimicki". Die Betreuung war perfekt und die Verpflegung sehr gut. Dass Hurtigruten die Nachhaltigkeit lebt und nicht nur vorgibt hat mich überzeugt. Ich weiss, dass Norwegen mich in den Bann gezogen hat und dass wir wieder kommen werden.

Die Einfahrt in den Hafen von Bergen bedeutete auch das Ende unseres Schiffsabenteuers. Nun, Bergen ist erreicht und wir sehen wieder den Hurtigrutenterminal. Nach dem Anlegen noch eine Zeit warten bis das Ausschiffen deckweise erfolgt. Die Gangway herunter, die Koffer auf dem Band abholen und draussen auf den Bus.

Wir wünschen Hurtigruten immer genug Wasser unter dem Kiel.