Tag 11 Kristiansund

27. Januar 2020 - Montag

Ja diese Strudel. Sie bildeten sich sehr oft im Bug- (vorne) wie im Heck(hinten)bereich. Sie entstehen durch die Querstrahlanlagen auch Bugstrahlrohre genannt. Das ist eine Manövrierhilfe welche dem Kapitän ermöglicht, das Schiff an Ort zu drehen oder "rechtwinklig" zur Fahrrichtung an den Anlegeplatz zu schieben. Diese wurden sehr oft gebraucht, was wir als fibrieren wahrnahmen. Anders verhielt es sich auf offener See. Um die "Rollbewegungen", die seitlichen Bewegungen, zu erschweren sind ein Paar Stabilisatorflossen montiert. Das brauchten wir in der letzten Nacht nicht, wir hatten keine "open sea".

Bereits um halb Sieben erreichten wir Trondheim und hatten Aufenthalt bis kurz vor 10 Uhr. Dieses Mal legte die Richard With am Hurtigrutenquai an, mitten in der Stadt, unweit des Bahnhofes und der grossen Bürohäuser. Trondheim ist das Zentrum des Einzelhandels in Mittelnorwegen und mit den Bahnlinien nach Bodø, Schweden und Oslo sowie dem Hurtigrutenquai DER Verkehrsknotenpunkt schlechthin. Das reiche Kulturangebot manifestiert sich nicht nur an der Universität und den vielen Kulturangeboten, der kirchlichen Präsenz und den Museen. Man sieht in den Strassen und auf den Plätzen viele Skulpturen und architektonische Meisterleistungen. 

Nicht nur die Moderne ist vertreten, auch die Vergangenheit kommt nicht zu kurz. Bei der Nordfahrt besuchten wir den Nidaros-Dom und die dazugehörenden Anlagen und heute sahen wir die "Toldkammer", das Zollamt. Norwegen ist sehr lang und sehr schmal. Trondheim war und ist für Schweden das Handelstor in die weite Welt.

Eine weitere Sehenswürdigkeit sahen wir zum zweiten Mal, Munkholmen. Diesmal jedoch von einer anderen Perspektive und leicht besserem Wetter. Die Übersicht über einen Teil der Stadt vom Schiff (Deck 7) aufgenommen zeigt die Vielfältigkeit.

Kurz vor 10 Uhr ging es weiter und gegen halb fünf werden wir Kristiansund erreichen.

Der zweitletzte Tag auf See liess etwas Wehmut aufkommen und so entstanden auch Fotos wie das linke Bild von einer offenen Seenlandschaft und dieses Mal sogar mit Sonne. Wir fuhren durch Gegenden mit vielen Höfen und Dörfern auf den Inseln links und rechts.

Zwischendurch wurden uns aber auch noch wichtige Informationen vermittelt. Das Expeditionsteam informierte über die Abschlussarbeiten an Bord und das Ausschiffen in Bergen. Bis 23 Uhr konnte man noch bargeldlos bezahlen. Dann erfolgte der Abschluss durch die Damen der Reception und der Betrag wurde der beim einchecken angegebenen Kreditkarte abgezogen. In jeder Kabine wurde ein Blatt verteilt mit allen nötigen Angaben. Da es der zweitletzte Tag war, liessen wir die Kabine wieder nicht reinigen und unterstützten den Fonds von Hurtigruten. Da die ganze Reise auf dem Schiff bargeldlos war, konnte jeder beim Mittagessen ein Couvert mit Trinkgeld in den Briefkasten werfen. Der Geamtbetrag wir auf die gesamte Crew aufgeteilt (ausser den Kapitän, der verdiene genug?!). Somit war sichergestellt, dass nicht nur die Personen etwas bekamen die man immer wieder sah, sondern auch der Maschinist, die Küchenhilfe oder all die fleissigen Bienlein. Ein weiterer Programmpunkt war das Gruppenfoto auf Deck 7, bei welchem der Expeditionsleiter mutig aufs Dach stieg und die Regie übernahm.

 

Der Leuchtturm von Sandstad erinnerte uns auch wieder daran, bald am Ende der Reise zu sein. Bereits wieder zu Hause war ein Paar, das wir auf der Nordfahrt kennen gelernt hatten. Mit Doris und Bernd hatten wir viele schöne Gespräche, welche sich aus dem gemeinsamen Hobby fotografieren ergaben. Sie hatten bis Kirkenes gebucht. Durch die Programmänderung infolge hoher Wellen landeten sie in Alta. Ihnen blieb die Busfahrt nach Kirkenes erspart und Hurtigruten organisierte einen Flug nach Oslo mit Abflug vom direkt neben dem Quai liegenden Flugplatz.

Der nächste Hafen war nun Kristiansund in der Abenddämmerung und die Wegfahrt eine halbe Stunde später bei Dunkelheit. Ein ganz anderes Bild als nordwärts um halb Elf Uhr nachts.

Am Abend konnten wir den vom Expeditionsteam produzierten Kurzfilm über unsere Reise anschauen und auch bestellen. Den Stick konnten wir am nächsten Morgen bei der Reception abholen.

Den Tag schlossen wir in Molde ab und gingen anschliessend schlafen, während das Schiff Richtung Ålesund weiter fuhr.

 

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