Tag 3 Trondheim

19. Januar 2020 - Sonntag

Für uns begann der Tag nach dem Frühstück mit einem POI auf Deck 7. Die POI's werden durch das Expeditionsteam organisiert und geleitet. Heute Morgen erfuhren wir Details über die Insel Munkholmen, an der wir im Trondheimfjord vorbeifuhren. Sie ist geprägt von einer bewegten Geschichte und steht jetzt unter Denkmalschutz - auch wenn oder gerade weil im Sommer viele Bade- und Ausflugsgäste mit Booten hierher gebracht werden.

Eine Seltenheit erlebten wir dann im Hafen, legte der Kapitän direkt neben dem "Schwesterschiff" der Kong Harald an. Sie war etwas verspätet, sonst wäre das Treffen auf See gewesen.

Trondheim hat sehr viel zu bieten und das Ausflugsangebot ist gross. Dennoch entschieden wir uns, auf eigene Faust loszuziehen. Bei jedem Landgang konnte man beim Ausgang einen Stadtplan mitnehmen um sich besser orientieren zu können. Je nachdem an welchen Quai der Kapitän anlegen kann ist der Weg in die Stadt anders, jedoch stets gut beschriftet. So kamen wir zuerst zur "Ilen Kirke" (Foto links) bevor wir die Hauptattraktion, den Dom des Nidaros erblickten.

 

Dieser ist über dem Grab des Heiligen Olav gebaut und hat eine grosse Bedeutung für die norwegische "Kirchenwelt". So wurden und werden hier die Bischöfe geweiht. Es ist nicht einfach nur der Dom sondern ein ganzes historisches Quartier mit Sakralbauten, Stallungen, Ökonomiebauten und Museen,so auch die Rystkammeret - ein Armeemuseum. All die Bauten zu unterhalten, zu restaurieren und zu pflegen ist eine grosse Aufgabe. Der Zustand der Anlagen war sehr gut und gepflegt. Auch wenn wir schon den dritten Tag in Norwegen waren, so gab es lediglich Regen und keinen Schnee. Das habe wir ein bisschen vermisst aber es sollte ja besser werden.

Da die Zeit noch ausreichte zogen wir von dannen. Weiter ging es danach in die Stadt, die Altstadt wo die "Gamle Bybrua" früher eine Zugbrücke die Stadtteile verbindet. Davon, dass der Zufluss in die Mündung des Trollheimfjordes früher intensiv genutzt wurde zeugen die vielen alten Lagerhäuser direkt am Ufer. Heute sind viele umgenutzt in Läden, Büros und Wohnhäuser.

Man könnte tagelang an einem Ort verweilen, so viel gibt es zu sehen - aber die Uhr wies uns darauf hin, dass wir zurück zum Schiff mussten. So eine Reise ist auch dazu da Eindrücke zu sammeln und Wünsche zu formulieren. Eines Tages werden wir auch nach Trondheim zurückkommen und ein paar Tage verweilen. Das könnte ja eines unserer nächsten Projekte sein.

Bei der Ausfahrt aus dem Hafen konnten wir nochmals einen Blick auf Munkholmen werfen bevor es weiter Richtung Rørvik ging. An Bord besuchte ich eine Präsentation über die Fischerei in Norwegen und nahm am täglichen Briefing mit dem Expeditionsteam teil. Es wurden die neusten Infos über Wetter, Veranstaltungen und vieles mehr bekannt gegeben.

Um ca 17 Uhr POI: Wir begegneten auf der Backbordseite den Leuchtturm Uthaug, einer der entlegensten aber sehr wichtigen Arbeitsplätze, denn die Gegend weist viele "Hindernisse" auf die umschifft werden müssen. Uthaug war bis vor einigen Jahren noch bewohnt, jetzt aber automatisiert.

Am Abend richteten wir uns auf eine unruhige Zeit ein denn die Route führte "open sea", also im Gebiet Folla über offenes Meer. Die See war rau und die Bewegungen recht intensiv für uns Landratten. Zur Vorbereitung hatten wir uns mit Tabletten eingedeckt und ich habe für Annemarie nach der ersten Erfahrung letzte Nacht im Schiffs-Shop ein Armband gekauft.

Da jeder für sich herausfinden muss was besser ist ging der Abend zu Ende und eine lange Nacht begann. Annemarie musste liegen und für mich war es das Beste wenn ich etwas anschauen konnte. Da nichts anderes im Fernehen kam schaute ich Golf und sortierte Fotos - immerhin schon über 500 Stück.